Raum-Welt-Spa SinnesRäume im Spa der Zukunft

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Warum brauchen wir im Spa ein anderes Raum-Design?

Nun ... im Wellnessen ... im Spa, im Wasser, im Berührtwerden, im Liegen, und letztlich auch im Nacktsein verändert sich unsere Wahrnehmung, die Raumwahrnehmung des Menschen – ganz egal ob wir dies wollen oder nicht. Es geschieht auf einer vorwiegend unbewussten Ebene, dort wo Körperwissen und Körpergedächtnis die Oberhand bekommen über die Ratio, über den angeblich so bedeutsamen Verstand des Menschen.

Das Spa ist ein Ort, wo auf besondere Weise Be-Sinnung in den Mittelpunkt rückt – für die Sinne aber auch für den Sinn des Menschen. Dafür sind neue Räume und Rituale gefragt, die das Vertrauen in den Moment – in das Hier und Jetzt – stärken. Räume und Rituale, die diese archaische Verbindung zwischen SINN und SINNE erneuern.

Haben wir dafür bereits genug Bewusstsein entwickelt, wenn wir uns an die Gestaltung eines Spas heranmachen? Ist da genug Sensibilität, genug »Wahrnehmung« im Spiel, wenn wir neue Räume für Wellbeing kreieren? Die menschliche Wahrnehmung ist zweifelsohne ein faszinierendes Feld für die Forschung, für die Wissenschaft ... für Künstler ... aber auch für »Wellness People«? Wissen wir genug darüber?

Das ist ein Feld, wo wir Kreative, wo wir Künstler als Gestalter auch wirklich etwas Essentielles beitragen können. Nämlich unser Know-how, unsere Expertise darüber, wie der Mensch wahrnimmt, wie unsere Sinne funktionieren – und wie wir Räume gestalten, die uns berühren.

Solche SinnesRäume – solche Berührungen, ja letztlich Brücken zwischen SINN und SINNE – kamen in den letzten Jahren in den Fokus meiner Arbeit. Entstanden sind RaumKunstWerke, die den Menschen über viele Sinne berühren: Klang, Schwingung, Farbe, Licht, Form, Haptik, Wärme und auch Düfte werden immer wieder zu einem großen Ganzen komponiert. Holistisch.

Was bedeutet das nun für die Design Praxis?

Etwas Radikales: »Doing Design is Working-With-Your Senses«.

In der Praxis gilt es dann diesen hohen Anspruch an die Sinnlichkeit auch während des gesamten Realisierungsprozesses hochzuhalten – durch die Budgetkürzungen hindurch … durch die radikalen Vereinfachungsschritte und Einsparungsmaßnahmen hindurch … und auch durch den echten Bauprozess vor Ort auf der Baustelle hindurch.

Heute ist es nicht länger die primäre Aufgabe von Architekten und Designern nur spektakuläre dreidimensionale Hüllen zu entwerfen, die wir als Menschen gar nicht in der Weise erleben können, wie im Modell oder in der 3D Animation simuliert wird. »Wie fühle ich mich als Mensch in diesem Raum?« Das wird die entscheidene Designfrage der Zukunft, gerade und vor allem auch im Spa.

Daher mein Appell an die Zukunft von Spa & Wellness: Lasst uns eine Neudefinition wagen, eine Neuverankerung – mutig inmitten unserer Hochleistungsgesellschaft. Im Zentrum steht das Bedürfnis nach »BeSinnung« – für die Sinne aber auch für den Sinn des Menschen.

Und wie besinnen wir Menschen? Über unsere Sinne.

Denn nur mit unseren Sinnen nehmen wir die Welt wahr. Also lasst uns die ganze Raum-Welt-Spa neu denken und konsequenterweise neu gestalten. Immerhin soll sie uns Menschen berühren. Auf allen Ebenen. Mit allen Sinnen. Dies gelingt nicht mit herkömmlichen Maßnahmen aus Architektur und Design. Dies braucht neue, ganzheitliche Zugänge zur Gestaltung solcher SinnesRäume im Spa.

Ich seh hier eine Riesenchance: In einer Welt in der die Medien Beschleunigung und Verdichtung zelebrieren, bekommt gerade die Spa-Hotellerie die Chance, alternative Szenarien anzubieten – Offline Erlebnisse im realen sinnlichen Raum.

Lasst uns die Spas der Zukunft in Kreativ- und Wahrnehmungsoasen verwandeln! Machen wir sie zu Orten der Sensibilisierung, in der jeder von uns, sich selbst und seine Welt neu entdecken kann.

Oder wie es der brilliante Zukunftsforscher Alvin Toffler sagen würde:

»Es geht in Zukunft darum,
nicht mehr aus der Vergangenheit,
sondern aus der Zukunft zu lernen.«

© SHA. 2016