Kunst & Architektur #5 DER KLANG ALS INFORMATIONSTRÄGER

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Während die visuelle Struktur der DNA durch die Geometrie leuchtender Glasstäbe ganz klar, sauber und rein wirkt, entwickeln die gehörten Klänge dazu einen Kontrapunkt: Oft erklingt eine unscharfe, schmutzige, rauschende Klangästhetik im Raum – Klänge, die fremd sind, mystisch wirken, wie aus einer anderen Dimension. Manchmal verbindet sich der Kunstklang auch mit den schon vorhandenen, alltäglichen Geräuschen hier in Dresden, beide werden eins, sie vermischen sich. Manchmal bildet das Kunstwerk aber auch einen scharfen Kontrast zu den Alltagsklängen rundherum. Einmal Harmonie, einmal Dissonanz.

Die Ursprünge dieser Kunstklänge stammen einerseits aus dem Raum selbst (z.B. Aufnahmen im Treppenhaus), andererseits aus einem erweiterten sakralen Kontext (z.B. Motetten, die früher in der Sophienkirche an genau diesem Ort gesungen wurden). Die Ursprungsklänge wurden durch eine digitale »Raum-Zeit-Maschine« verdichtet und transformiert. Direkt über die gläserne DNA Struktur werden diese abstrakten Klanglandschaften nun wieder in den Realraum zurückprojiziert, wo sie sich an den Wänden – am real gebauten Raum – reflektieren. Diese Überlagerung aus Realraum und Imaginationsraum macht eine wichtige Ebene des Kunstwerks aus.