GANZHEITLICHKEIT IN DER RAUMGESTALTUNG:

DIE ÄSTHETIK DER SINNESRÄUME

Die Ästhetik meiner Raumkunst ist geprägt von einem tiefen Bedürfnis nach Ganzheitlichkeit. Dafür versuche ich in meiner Kunst, tradierte Gegensätze zu verbinden:

• WEITE UND NÄHE

Die futuristische Weite des Raumes, wie sie in meinen SinnesRäumen oft wahrgenommen wird, entspringt der urmenschlichen Sehnsucht nach Transformation, nach immaterieller Auflösung des körperhaften Raum-Zeit-Kontinuums. Gleichzeitig will ich Menschen ganz direkt in Kunst eintauchen lassen, anstelle sie Kunstwerken bloß gegenüberzustellen. Die dafür notwendige sinnliche Nähe der multisensorischen Stimulationen entstammt dem tiefen menschlichen Bedürfnis nach Berührung, Rührung und Geborgenheit.

• ARCHAISCH UND FUTURISTISCH

Ich verbinde futuristische Ästhetik, die auf moderner medialer Technologie basiert, gerne mit einer ursprünglichen, archaischen Wirkung – nämlich so, dass Menschen inmitten unserer Hochleistungsgesellschaft heilsame, sinnliche Ur-Erfahrungen machen können. SinnesRäume sind daher zugleich archaisch und futuristisch.

• INNEN UND AUSSEN

Mit meiner Kunst will ich die Wahrnehmung schärfen – sowohl nach innen, als auch nach außen: Die gestärkte Verbindung zwischen dem intuitiv gefühlten »InnenRaum« des Menschen und dem materiell wahrgenommenen »AußenRaum« der Welt ist ein Kernmotiv aller SinnesRäume. Mit dem gestalterischen Verschmelzen dieser entgegengesetzten Richtungen will ich die ganzheitliche Resonanz stärken: zwischen Mensch und Raum, zwischen Ich und Welt und zwischen Materiellem und Immateriellem. Oft geschieht dies »leise« ... an den Grenzen der menschlichen Existenz, wenn von vorgeburtlichen Wahrnehmungen berichtet wird oder von spirituellen Imaginationen aus der fernen Zukunft.

RESONANZ FÜHRT ZU ALLHEIT

Das hier erläuterte Prinzip der Übergegensätzlichkeit – die Verbindung tradierter Gegensätze zu einer neu wahrnehmbaren Form der Resonanz – durchdringt die Ästhetik der SinnesRäume auf entscheidende Weise, auf vielen Ebenen, multisensorisch ... im Hören, Sehen, Spüren, Schwingen etc. In all meinen Gestaltungen will ich immaterielle Energie im materiellen Raum spürbar machen: Räume berühren. Berührung verräumlichen. So werden SinnesRäume einerseits raumlos und zeitlos wahrgenommen, andererseits voll Zeit und voll Raum – eben VollZeit und VollRaum.

In diesem ganzheitlichen Ansatz von VollZeit und VollRaum liegt mein eigenes, persönliches Geheimnis der sinnlichen Gestaltung. Ich nenne das: Allheit. Allheit ist das Gefühl, wenn ich Alles bin.

HEILSBOTSCHAFT

In einer Zeit, die ihren Fokus gerne auf die Defizite richtet – auf das was fehlt – verstehe ich meine SinnesRäume als Verkünder einer Heilsbotschaft an das wahrnehmende Individuum: »Du bist Alles. Vollständig. Ganz. Du bist heil. Es fehlt nichts. So wie Du bist, bist Du vollkommen. Und in meinen SinnesRäumen kannst Du das spüren.«

FAZIT

Als Künstler lebe ich die Vision einer Welt, in der das Urmenschliche – die eigene Wahrnehmung – wieder einen höheren Stellenwert hat, als es heute der Fall ist. Das Sinnliche und das übersinnlich Gefühlte stehen im Mittelpunkt meiner Arbeit. Mit SinnesRäumen möchte ich die Wahrnehmungsfähigkeiten des Menschen erweitern und das Vertrauen in die eigene Intuition stärken.

© SHA. 2021