»Die Ware Kraft« Eine WeihnachtsGeschichte von SHA.

12_asthetik

die ware kraft
ist aus der stille

die ware stille
ist aus der kraft

aus der mode
der puste
atemlos
still
stille kommerzialisiert
stiller kommerz?

welch lächerlicher gedanke
dies heute lächerlich zu finden
alles kommerzialisiert
das ist die wareheit

wo blieb das h
nun
heimlich schleicht es herum
im verhüllten garten der unschuld
hastig ortet es sich neu
jedesmal wenn die hülle erkannt

helle wagt es nicht zu strahlen
wie ein h
von natur aus
im naturhaus
durchaus in der lage gewesen wäre

aus ware wird wäre
und das h
das heimlich hastig helle
tritt aus dem fokus
dem brennpunkt

ein treten dort zwei junge herren
die sich söhne nennen
dürfen
sich als söhne erkennen
ernennen
lassen
hassen
söhne gottes
schwingt es durch den sternenstrom

die situation verfärbt sich
musik tönt in den hintergrund
tönt aus dem all
es ist ein kleines
trocken und dumpf tönendes all
ganz ohne hall
ein stall

das all ohne hall
und wieder
beinahe unbemerkt
schleicht sich das h
in die szene
ob all oder hall das spielt eine rolle
nicht keine

die jungen herren
ehren
und sind auf der suche
nach relevanz
rollenrelevanz

wie der schauspieler
der schausteller
die einzelnen buchstaben seiner rolle
zur schau stellt
und sie schließlich
– auskotzt –
so fühlt sich der irrelevante faktor
quer
auf der bühne

im rampenlicht
ohne im schein zu sein

die rampensau
ohne helle

es flackern die kerzen
heimelichkeit suchen die brüder
die einen wie die anderen
zeigen es aber nicht

schnee
weiser schnee

wo platziert sich das ich
auf diesem feld
auf diesem bühnenfelde

verortet sich das sein
das eigen
das eigensein
im eigensinn
wo treibt der allhall
die könige forthin?

kaum eigen
leuchtet über den tellerhorizont
des sonnenvergangs
des sonnengesangs
der eine bruder ist heilig
der andere will es
beide verbindet mehr
als glauben
ein tiefes festes glauben
an die sohnhaftigkeit
wie der sohn zu haften hat
an jenen
die da sind
waren
und sein werden
in ewigkeit
armen
in den armen
sich in den armen liegen

das h ist da

zufriedenheit breitet sich aus
weit über den horizont
der himmel strahlt
es ist ein ringen
sagt der eine
ein geschenk
der andere

.

© SHA. 2016